Ich bin in der DDR geboren worden und habe
dort meine ersten 19 Lebensjahre verbracht. Mit zunehmenden Alter erfuhr ich - trotz
starker ideologischer Schulung - mehr über die westliche Kritik an diesem Staatsgebilde
und verspürte am eigenem Leibe, was es heißt, sich nicht global bewegen zu können.
Trotz vieler Menschenrechtsverletzungen die zu DDR-Zeiten begangen wurden und von dem ich
mich distanziere, war dieser Staat meine Heimat und hat mir viel Positives gegeben. Das
soll nicht heißen, daß ich dieser Zeit nachtrauere, sondern es war ein Teil meiner
Jugend und meine Heimat. Heimat ist ein Wort was man nicht genau definieren kann. Es
selbst bedeuted: "Sich geborgen fühlen, zu Hause sein, sich sicher fühlen".
Wenn ich mit älteren Menschen spreche, welche einst vertrieben wurden, höre ich oft in
den Erzählungen die Trauer nach dem Verlust der Heimat und dem Gefühl sich dorthin
gezogen zu fühlen; auch wenn diese Menschen inzwischen woanders heimisch und glücklich
geworden sind.
Auf den nachfolgenden Seiten möchte ich, die Erinnerung an einen Staat wachhalten, der
für Millionen Menschen eine Heimat war und aufhörte zu existieren. Ich bin mir ziemlich
sicher, daß jeder ehemalige DDR-Bürger es nachfühlen kann, fordere aber diesen Staat in
seiner Form nicht zurück. Diese Seiten sollen einen Beitrag zur Aufarbeitung eines Teiles
der Geschichte Deutschland leisten, und der heutigen Jugend im Osten Deutschland die
Chance geben, die Herkunft ihrer Eltern und der eigenen verstehen und kennen zu lernen.
Auf den Seiten wurden zum Teil Dokumente, Beiträge und Publikationen aus Zeitschriften
und Büchern der DDR verwendet und im Original wiedergegeben. Viele Menschen neigen dazu,
alles aus einem Blickwinkel; nämlich dem eigenen; zu betrachten ohne sich die Mühe zu
machen, auch andere Standpunkte zu analysieren und zu verstehen. Daher mögen aus heutiger
Sicht viele Beiträge seltsam erscheinen. Sie sind aber ein Stück er- bzw. gelebte
Geschichte.